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Willst du malen? Das Geheimnis des Glücks in der Malerei

Warum es Sinn macht zu Malen? Für jeden Menschen? Das ist ganz einfach. Die Malerei ist ein dem Menschen ureigenes Bedürfnis des Ausdrucks, sogar der Kommunikation.

 

Um das genauer zu erklären, hole ich aus über eine Zeit, in der ich noch als Erzieherin im Kindergarten gearbeitet habe: Im Kindergarten malen fast alle Kinder gerne. Es gibt Ausnahmen, die zumeist individuelle Gründe haben. Dennoch ist zu beobachten, dass auch wenn Kinder das Malen in ihrem Elternhaus nicht so nahegebracht bekommen, auch von Freunden oder Freundinnen in der Gruppe angesteckt werden... Kinder malen und lieben es, über ihr entstandenes Werk zu reden. Sie verschenken ihre Werke gerne als Zeichen ihrer Zuneigung. Es kommt von Herzen.

 

Wir allermeisten verlassen den Kindergarten und somit auch die Malerei. In der Schule überwiegt das kognitive Lernen und auch zuhause zelebrieren die wenigsten Haushalte die Malerei im Alltag. Die Tätigkeit "schläft ein" und wird bei so manch einem wieder geweckt in der Schulzeit oder in späteren Jahren.

 

Das Faszinierende daran: Du setzt immer genau an dem Wissensstand an, an dem du einmal aufgehört hast. Einmal gelerntes Malen kannst du nicht mehr verlernen, du baust nur auf vorhandenes Wissen auf. 

 

Ich habe bei Zeichnungen von Schülern in der Oberstufe an den Werken im Kunstunterricht sehen können, wer seit dem Kindergarten nicht mehr gemalt hat. Das, was die meisten daran gestoppt hat, weitere Inhalte im Kunstunterricht zu lernen, war als erstes; die Motivation. Die Erwartung an das Ergebnis und die Angst davor zu scheitern, war oft so groß, dass sie sich gar nicht erst "auf den Weg gemacht" haben, neues zu erkunden, zu lernen. 

 

In diesen Fällen bekam die Lerngruppe erstmal einige Teilaufgaben, an denen sie Erfolgserlebnisse sammeln konnten, bevor es an die erste Bewertung einer Arbeit ging. Bis zu dem Stadium hatten die meisten sich so eingearbeitet, dass sie wieder Lust hatten, sich einzulassen und neues zu lernen. 

 

Diese Grenzen des eigenen Denkens zu überwinden; ist das nicht Glück in der Malerei?