Kunst als Ausdruck innerer Welten

Zerstörung versus Heilung - Kunst als Ausdruck der inneren Welt

Als Coach für Kunst werde ich so manches mal gefragt, ´ob "zerstörerische Kunst" auch ihre Berechtigung hat. Oft wirke sie verstörend...´ Wenn ich dann nachfrage, um welche Kunst es im speziellen geht, werden oft Bilder von Künstlerinnen als Beispiel genannt, bei denen es z.B um Selbst-Zerstümmelungen geht oder anderen "Unterweltbildern", bei denen auch ich mich manchmal nicht traue, genau hinzusehen. Manchmal wird gerade DAS von der Künstlerin bewußt gewollt: Die Wahrnehmung der eigenen Schamgrenze. 

 

Zu Beginn meines Studiums empfand ich die meiste Kunst als langweilig. Meine Kunstwerke waren nie geplant, waren dennoch immer äußerst perfekt und hatten dann immer alle etwas, das sie wieder in Frage stellte. z.b. ein Splitter, der in eine runde, gewölbte Fläche hineinstach... immer gab es etwas, das den Betrachter aufschrecken ließ. Meine arbeiten "gingen auch unter die Haut". 

 

Bis ich irgendwann die Tragik darin erkannte. Ich erkannte, dass meine Arbeiten ein Spiegelbild meines Selbstbildes waren. Ich selbst gestand mir nicht zu, ganz da zu sein und "mich" stehen zu lassen. Auch ich stellte mich immer in Frage, war meist gegen alles. Für Umweltschutz und gegen "spießiges Leben", für wirklichen Ausdruck und gegen Vermarktung von Kunst. Es war das reinste Schubladen denken. 

 

Eins wurde klar: ich stand mir selbst im Weg. Meine Werke veränderten sich und in den Installationen fand ich eine neue Sprache, die neutral und weiträumig ist. Es wurde abstrakter, sodass ich innerlich Abstand gewann. Die Geräuschwelt in mir nahm zu und die Klanginstallationen waren geboren.

 

Heute liebe ich die Formwelt wieder und kann sie als Ganzes stehen lassen. Heute lebe ich die Kunst von ihrer heilenden Seite und habe kein Thema mehr damit, sie auch zu vermarkten. Denn die Kunst will gelebt sein und dazu gehört, auch davon leben zu können. 

 

Alles Lernen ist ein Prozess und auf diesem Weg begegnen wir Verständnis, Reifung und Vergebung.