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Künstlerischer Flow oder: Die Schönheit des Kunstmachens

Wenn ich beginne mit einem neuen Werk, fühle ich mich inspiriert. Oft von einer Musik 🎶 die im Hintergrund spielt. Ich bin an meinem aufgeräumten Arbeitsplatz, ich wende mich dem Material zu. Baue den Arbeitsbereich auf. Meist kann ich noch nicht sofort mit einer Idee beginnen, sondern sitze da, verbinde mich mit dem Material, streiche darüber.


Atme noch einmal ein und aus und setze dann meinen Bleistift an; meinen Pinsel oder mein Modelliereisen, meinen Meissel, oder die Flex. Es ist bei jedem Mal das gleiche Prinzip, unabhängig vom Material oder der Disziplin.


Wie kommt das? Man sollte meinen, bei einem anderen Material sind andere Vorbereitungen nötig, eine andere Auseinandersetzung, um sich mit der Thematik zu verbinden. Zum Teil ist es auch so. Der Aufbau ist ein anderer 😉 Aber wenn es um das eigenständige Schaffen, eigenständige Kreieren geht, dann ist es bei mir immer wieder das gleiche Prinzip und ich merke, wie ich eine Verbindung mit mir eingehe. Eine grundlegende, wohlige, intensive, beinahe intellektuelle Sphäre eröffnet sich mir da im Künstlerischen.

 

Dieses Gefühl liebe ich. Dann beginnt das Träumen. Der so genannte Flow-Zustand; von dem ich erst viel später erfahren habe, dass er es ist: Es ist der Zustand, in dem Raum und Zeit verschwinden; ich EINS werde mit dem Material. Ganz in meine Gedankenwelt hinein tauche und meine Hände fließen lasse. Alle Gedanken und Rezensionen sind dabei nebensächlich, existieren nicht. Das Telefon, Handy, alle Störfaktoren sind vorher ausgeschaltet.


Erst viel später erzählen mir meine Spuren, die ich hinterlassen habe, von den Räumen meiner Innenwelt. Erst dann gehe ich in die Reflektion, in den Vergleich, in den Austausch. Das ist ganz wichtig zu beachten, denn alle Kritik ist im Schaffensprozess zerstörerisch.